Mag. Dr. Hans-Jörg Hofer

„Peer-Arbeit als Baustein der Demokratisierung sozialer Dienste: Perspektiven von Erfahrungsexpert:innen.“ – Eine Kurzrezension

In der Zeitschrift für Inklusion ist vor kurzem ein umfassender und schöner Artikel über Peer–Arbeit und Peer Support von F. Ohnmacht, Michael Rassel und David Furtschegger erschienen. Das m. E. ganz Besondere an dem Artikel ist, dass er Peer–Arbeit und Peer Support unter anderem unter dem Aspekt demokratiepolitischer Erwägungen betrachtet und sowohl die Vorteile als auch etwas Kritik von Peer Support und Peer–Arbeit darzustellen vermag, indem er nicht zuletzt das Thema Zugänglichkeit zu niederschwelligen Leistungen im psychosozialen Bereich thematisiert. Dabei geht es auch um das vor allem im psychosozialen Bereich oft kontrovers diskutierte Thema der Selbstbestimmung, die bei psychischen Erkrankungen und psychosozialen Behinderungen oftmals auch unzulässig weitgehende Einschränkungen erfährt, die ihrerseits am Ende einer Restigmatisierung und Exklusion gleichkommen und somit der CRPD 2006 diametral entgegenstehen. 

Empowerment, Inklusion, Partizipation und Entstigmatisierung hängen eng mit dem gesellschaftlichen und demokratischen Umfeld zusammen, in denen sie stattfinden sollen und sich vollziehen, womit immer auch die Themen Macht, Machtstrukturen und die sogenannte „Defintionsmacht“ etablierter Fachpersonen im sozialen und psychosozialen Bereich in den Fokus gerückt werden.

Besonders hervorzuheben wäre hier, dass im betreffenden Text von „Feldwissen“ und „Beratungswissen“ auf Seite der Peer–Arbeiter:innen die Rede ist, was wesentlich konkreter und spezifischer ausdrückt, was mit dem von Genesungsbegleiter:innen propagierten „Erfahrungswissen“, das ja jeder Mensch im Laufe seines Lebens zu erwerben vermag, gemeint ist. 

Der sozialwissenschaftlich orientierte Text selbst ist gut strukturiert, liefert einen guten Überblick zum Thema und verweist am Ende auf wichtige Grundlagenliteratur. Er wendet sich zwar primär an Fachpersonen inklusiver sozialer und psychosozialer Arbeit, sei als Lektüre aber auch allen Peer–Arbeiter:innen wärmstens empfohlen und ans Herz gelegt. 

 

Literaturempfehlung für Peers und Fachpersonen:

Ohnmacht, F., Rassel, M., Furtschegger, D. (2025): Peer-Arbeit als Baustein der Demokratisierung sozialer Dienste: Perspektiven von Erfahrungsexpert:innen. In: Zeitschrift für Inklusion, 20 (1 -2), 143 – 158.

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